
Über uns / Bisherige Aktivitäten / Tierschutzseminar
Am 7.11. trafen sich mehrere Tierschützer und –rechtler im Ökohaus
des Umweltgarten Neubiberg. Zweck ihrer Zusammenkunft war ein dreitätiges
Seminar des Tierschutzvereins Noris e.V. unter der Leitung von Herr Derbeck.
Um 18.00 saßen alle gespannt auf ihren Plätzen, und Herr Derbeck
besprach die Themen. Insgesamt waren es 14, allen voran die Grundfrage, was
Tierschutz überhaupt ist: nämlich der Schutz von Wirbeltieren vor
Gefahren, die ihm vom Menschen drohen. Hierbei spielt die Unterscheidung von
Tierschutz und Tierrecht eine große Rolle: Tierschützer wollen Tieren
ein artgerechtes Leben ohne Zufügung von unnötigen Leiden ermögliche,
Tierrechtler gehen noch einen Schritt weiter und fordern Grundrechte wie für
den Menschen, z.B. Recht auf Leben und Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Als Nächstes ging es rund um den gesetzlichen Tierschutz. § 90 a BGB
besagt, dass Tiere lebende Wesen sind, und keine Sachen. Mit der Einbringung
des Tierschutzes ins Grundgesetz ist dieser nun Staatsziel, d.h. er hat Verfassungsrang.
Für diesen Erfolg haben Tierschützer Jahre lang gekämpft. Zusätzlich
beinhaltete Kapitel 2 Themen wie das Qualzuchtverbot, Eingriffe am Wirbeltier,
Tierhandel und das Töten von Tieren. Damit endete der erste Tag, und wir
gingen alle mit vollen Köpfen, aber großer Begeisterung nach Hause.
Der 2. Tag begann mit der Tierschutzhundeverordnung. Wir erfuhren alles über
Zwingerhaltung, Anbindehaltung und das Halten im Freien, und gingen dann weiter
zu Kapitel 4 : „Tangierende Gesetze“, das u.a. das Bundesnaturschutzgesetz,
die bayerische Kampfhundeverordnung und das Jagdgesetz beinhaltete. Z.B. darf
ein Jäger eine Katze töten, die vom nächsten bewohnbaren Gebiet
mehr als 300 m entfernt ist.
Im Anschluss an die Mittagspause folgten Fallbeispiele aus der Erfahrung des
Vereins, und in Kapitel 6 lernten wir, wie man bei Tierquälerei richtig
Anzeige erstattet. Ein fataler Fehler wäre es z.B. zu schreiben: „Ich
erstatte Anzeige wegen Tierquälerei“, denn dadurch macht man sich
angreifbar. Am besten ist es immer zu schreiben: „Anzeige wegen Verdacht
des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“.
Kapitel 7 behandelte allgemeine Informationen. Etwas, das jeder zu Beginn
lernt, der mit Tierschutz zu tun hat, ist der „Codex Veterinarius“,
zu Deutsch: im Zweifel für das Tier. Und zuletzt folgte noch Kapitel
8: „Das Tier als Ware“. Dann gingen wir nach einem achtstündigen
Seminartag nach Hause, erschöpft, aber zufrieden.
In unseren letzten Seminartag stiegen wir ein mit der Vermittlung von Tieren
an Dritte und gingen dann über zu „Katzen als Fundtiere“.
Wir sprachen über Tiere und Erbrecht und natürlich über das
populäre Thema Tierversuche. Diese sind aus mehreren Gründen sinnlos,
u.a. da sich Menschen und Tiere in so vielen Punkten unterscheiden, dass sich
sie Ergebnisse meist nicht 1:1 auf uns übertragen lassen. Außerdem
gibt es heutzutage Tests an Zellkulturen und Computertomographien, die durch
ihre Erfolge jeden Tierversuch unnötig machen.
Den Schluss des Seminars bildete das Extrathema „Artgerechte Ernährung
für Hund und Katze“, vorgetragen von den Töchtern von Herrn
Derbeck. Dieses hat mich besonders interessiert, da ich vieles erfuhr, was
ich noch nicht wusste. Dazu gehörte v.a. die Tatsache, dass Hunde- und
Katzenfutter nur 4% Fleisch enthalten muss! Der Rest sind Füllprodukte,
wie Soja- und Weizenfasern, Abfallprodukte vom Schlachthof, und sogar Klärschlamm
wurde in einigen Produkten gefunden! Und wenn auf einer Katzenfutterdose z.B.
drauf steht: „80% Fleisch“, dann heißt das fast immer, nur
80% von den vorgeschriebenen 4% sind Fleisch. Die anderen 20% sind tierische
Nebenprodukte (Kot, Wolle, Haut, Federn,…). Das bedeutet unterm Strich:
das meiste Tierfutter schadet dem Tier mehr, als dass es ihm nützt.
Das Seminar vom Tierschutzverein Noris e.V. war wirklich sehr interessant,
es konnten alle Teilnehmer eine Menge an Informationen mitnehmen. Ich persönlich
würde es sofort wieder belegen, und ich kann es jedem, der die Möglichkeit
dazu hat, nur empfehlen!
Text: Veronika Neuper
Bilder: Daniela Mayr