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Tierschutzseminar in Neubiberg vom 07.11. - 09.11.08

Am 7.11. trafen sich mehrere Tierschützer und –rechtler im Ökohaus des Umweltgarten Neubiberg. Zweck ihrer Zusammenkunft war ein dreitätiges Seminar des Tierschutzvereins Noris e.V. unter der Leitung von Herr Derbeck. Um 18.00 saßen alle gespannt auf ihren Plätzen, und Herr Derbeck besprach die Themen. Insgesamt waren es 14, allen voran die Grundfrage, was Tierschutz überhaupt ist: nämlich der Schutz von Wirbeltieren vor Gefahren, die ihm vom Menschen drohen. Hierbei spielt die Unterscheidung von Tierschutz und Tierrecht eine große Rolle: Tierschützer wollen Tieren ein artgerechtes Leben ohne Zufügung von unnötigen Leiden ermögliche, Tierrechtler gehen noch einen Schritt weiter und fordern Grundrechte wie für den Menschen, z.B. Recht auf Leben und Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Als Nächstes ging es rund um den gesetzlichen Tierschutz. § 90 a BGB besagt, dass Tiere lebende Wesen sind, und keine Sachen. Mit der Einbringung des Tierschutzes ins Grundgesetz ist dieser nun Staatsziel, d.h. er hat Verfassungsrang. Für diesen Erfolg haben Tierschützer Jahre lang gekämpft. Zusätzlich beinhaltete Kapitel 2 Themen wie das Qualzuchtverbot, Eingriffe am Wirbeltier, Tierhandel und das Töten von Tieren. Damit endete der erste Tag, und wir gingen alle mit vollen Köpfen, aber großer Begeisterung nach Hause.

Tierschutzseminar

Der 2. Tag begann mit der Tierschutzhundeverordnung. Wir erfuhren alles über Zwingerhaltung, Anbindehaltung und das Halten im Freien, und gingen dann weiter zu Kapitel 4 : „Tangierende Gesetze“, das u.a. das Bundesnaturschutzgesetz, die bayerische Kampfhundeverordnung und das Jagdgesetz beinhaltete. Z.B. darf ein Jäger eine Katze töten, die vom nächsten bewohnbaren Gebiet mehr als 300 m entfernt ist.
Im Anschluss an die Mittagspause folgten Fallbeispiele aus der Erfahrung des Vereins, und in Kapitel 6 lernten wir, wie man bei Tierquälerei richtig Anzeige erstattet. Ein fataler Fehler wäre es z.B. zu schreiben: „Ich erstatte Anzeige wegen Tierquälerei“, denn dadurch macht man sich angreifbar. Am besten ist es immer zu schreiben: „Anzeige wegen Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“.
Kapitel 7 behandelte allgemeine Informationen. Etwas, das jeder zu Beginn lernt, der mit Tierschutz zu tun hat, ist der „Codex Veterinarius“, zu Deutsch: im Zweifel für das Tier. Und zuletzt folgte noch Kapitel 8: „Das Tier als Ware“. Dann gingen wir nach einem achtstündigen Seminartag nach Hause, erschöpft, aber zufrieden.

Tierschutzseminar In unseren letzten Seminartag stiegen wir ein mit der Vermittlung von Tieren an Dritte und gingen dann über zu „Katzen als Fundtiere“. Wir sprachen über Tiere und Erbrecht und natürlich über das populäre Thema Tierversuche. Diese sind aus mehreren Gründen sinnlos, u.a. da sich Menschen und Tiere in so vielen Punkten unterscheiden, dass sich sie Ergebnisse meist nicht 1:1 auf uns übertragen lassen. Außerdem gibt es heutzutage Tests an Zellkulturen und Computertomographien, die durch ihre Erfolge jeden Tierversuch unnötig machen.

Den Schluss des Seminars bildete das Extrathema „Artgerechte Ernährung für Hund und Katze“, vorgetragen von den Töchtern von Herrn Derbeck. Dieses hat mich besonders interessiert, da ich vieles erfuhr, was ich noch nicht wusste. Dazu gehörte v.a. die Tatsache, dass Hunde- und Katzenfutter nur 4% Fleisch enthalten muss! Der Rest sind Füllprodukte, wie Soja- und Weizenfasern, Abfallprodukte vom Schlachthof, und sogar Klärschlamm wurde in einigen Produkten gefunden! Und wenn auf einer Katzenfutterdose z.B. drauf steht: „80% Fleisch“, dann heißt das fast immer, nur 80% von den vorgeschriebenen 4% sind Fleisch. Die anderen 20% sind tierische Nebenprodukte (Kot, Wolle, Haut, Federn,…). Das bedeutet unterm Strich: das meiste Tierfutter schadet dem Tier mehr, als dass es ihm nützt.
Das Seminar vom Tierschutzverein Noris e.V. war wirklich sehr interessant, es konnten alle Teilnehmer eine Menge an Informationen mitnehmen. Ich persönlich würde es sofort wieder belegen, und ich kann es jedem, der die Möglichkeit dazu hat, nur empfehlen!

Text: Veronika Neuper
Bilder: Daniela Mayr

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