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Europas Tier brauchen unsere Hilfe. Jetzt!

Das war der Titel der Veranstaltung des BMT (Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.), die am 26.01.08 stattfand.
Genauer ging es in diesem Vortrag um die Straßenhunde Europas. Veranschaulicht wurde die Situation der Tiere am Beispiel Rumänien, es waren verschiedenste Gäste da - Tierarzt, Tierheimleiter, Vertreter aus der Politik und Prominenz, wie der Schauspieler und Tierschützer Pierre Brice.

Vortrag über Straßenhunde

Die Veranstaltung fand statt in einem großen Saal eines Hotels in der Nähe von Erding. Die Fahrt dorthin und zurück war ziemlich "abenteuerlich". Nachdem wir erst ca. eineinhalb Stunden in der Münchner Innenstadt unsere Umfrage zum Thema Fleischkonsum/ Vegetarismus weitergemacht hatten und auch zum Glück die Anzahl an Leuten, die wir wollten, geschafft hatten, ging es zum Hauptbahnhof. Von dort fuhren wir mit der S-Bahn nach Erding. Da aber leider kein Bus von dort zur richtigen Zeit fuhr und das "Per-Anhalter-fahren" irgendwie nicht so klappte, mussten wir, immerhin 7 Leute, ein Taxi nehmen...

Schließlich kamen wir also am Hotel Mercure an und wurden gleich überrascht von der Größe der Veranstaltung! Es waren wirklich viele Leute da, der große Saal war gefüllt.
Vortrag über StraßenhundeDr. Claudia Ludwig, Fernsehjournalistin und Buchautorin, führte meist das Gespräch und leitete die Beiträge der Gäste ein. Als erstes wurde ein kurzer Film über das Tierheim in Brasov gezeigt, welches vom BMT unterstützt wird. Bilder von vielen, vielen Hunden und ein ohrenbetäubendes Bellen, immer im Hintergrund, in diesem rumänischen Hundeheim, das zeitweise schon mit bis zu 1000 Hunden besetzt war.
Nach diesen eindrucksvollen Bildern kam der Präsident der rumänischen Tierärztlichen Vereinigung zu Wort. Er schilderte doch sehr ausführlich die Situation und Problematik in seinem Land und erklärte die in seinen Augen einzig richtigen und sehr nötigen Lösungswege.

Vortrag über Straßenhunde

In Rumänien werden immer noch jedes Jahr Hunderttausende von Straßenhunden in Tötungsstationen umgebracht. aber es werden dadurch nicht weniger Hunde, was logisch ist. Denn wenn wieder ein Schub Tiere "verschwunden" ist, haben die restlichen weniger Konkurrenz in der Futtersuche und vermehren sich schneller. Es ist ein Teufelskreis. Das einzige was auf die lange Sicht helfen kann, so auch der rumänische Tierarzt, ist das Einfangen und Kastrieren, damit die Tiere sich nicht weiter in so großer Zahl vermehren können. Was aber auch sehr wichtig ist, ist dass die Hunde zusätzlich gesundheitlich versorgt werden, also geimpft und entwurmt oder sonstwie behandelt werden wenn sie krank oder verletzt sind! Zudem müssen die Vierbeiner gekennzeichnet und registriert werden, eine Sache die für uns in Deutschland selbstverständlich ist, in vielen europäischen Ländern aber sind Tiere nirgends behördlich registriert, man weiß nicht wieviele Tiere existieren. Die Hunde müssen gechipt werden und wenn es einen Besitzer gibt muss dieser Verantwortung übernehemen. Die Menschen fühlen sich nämlich nicht verantwortliuch für die Tiere, auch wenn es solche gibt, die Sympathie zeigen un d den Hunden gelegentlch Unterschlupf und Futter gewähren.

Vortrag über Straßenhunde

Bei der BMT Veranstaltung kam weiterhin noch die Gründerin des Tierheims in Brasov zu Wort, die sich seit vielen Jahren überaus für die Hunde einsetzt und schon vielen ein neues Zu Hause, Sicherheit und Geborgenheit, Pflege und Gesundheit ermöglichen konnte.

Eine hessische Tierschutzbeauftragte, die sich derzeit in Brüssel, also im "Zentrum" der politischen Geschehnisse der EU, befindet erklärte den Zuhörern wie es momentan mit den Gesetzesgrundlagen für den Tierschutz innerhalb Europas aussieht, insbesondere inwieweit denn die Straßentiere geschützt werden.
Ich persönlich fand das sehr gut, darüber mehr zu erfahren und vor allem schön von einem Lichtblick zu erfahren, nämlich dass es eine neu erarbeitete Gesetzesgrundlage gibt, die momentan in Arbeit ist und für die Zukunft gelten soll. Sie schenkt, im Gegensatz zu dem Bisherigen auch den Straßentieren Beachtung!

Um die Kennzeichnung und Registrierung der Hunde in Rumänien zu ermöglichen, bzw. einen Beitrag zu leisten, hat sich der Verein TASSO bereit erklärt, dort vor Ort tätig zu werden. Auch von dort kam eine Vertreterin auf die Bühne und zwar mit einem neuen Schützling, ein erst einen Tag vorher geretteten Straßenhund.

Mehrere Male kamen noch weitere Hunde auf die Bühne - genauer Rettungshunde, die hier in Deutschland ein neues Zu Hause finden konnten! Überhaupt waren wirklich viele Hunde anwesend, ab und zu wurden die Sprechenden vom Bellen unterbrochen, aber trotz der Länge der Veranstaltung und der ganzen Menschen ging alles mit edn Tieren recht gut!:-)

In Bezug zu dem neuen Tierschutzgesetz wurden wir dann aufgefordert unsere Unterschrift zu leisten, die dann gesammelt den zuständigen Politikern zukommen sollen.

Neben den vielen Informationen und Bildern, war auch ein unterhaltsamer Tiel dabei: Eine rumänische Sängerin trat am Klavier auf, es wurde ein witziger Sketch aufgeführt und der Schauspieler Christian Wolff aus der Vorabendserie "Fortshaus Falkenau" las aus einem Roman vor.
Außerdem war der ehemalige Schauspieler von Winnetou, Pierre Brice, da und erzählte von seiner Erfahrung mit dem Tierschutz. Er ist selbst in Brasov gewesen, dem rumänischen Tierheim und ist bekannt mit dessen Leitung.

Wir sieben kauften in der Pause zusammen einen Stoffhund, bei dem der Erlös für Kastrationen verwendet werden wird. Der Kleine heißt jetzt Krümel und hat bei Lydia ein neues Zu Hause gefunden.:-)

Da es nach der Pause für uns bald an der Zeit war wieder zu gehen, da wir ja doch noch einen weiteren Weg vor uns hatten, blieben wir leider nicht mehr bis zum Schluss. Das Programm sah noch eine Gesprächsrunde und die Verleihung des Tierschutzpreises "hope" vor, die wir also nicht mehr sehen konnten.

Da es keine Busse mehr gab, die zum S-Bahnhof Erding fuhren und wir nicht nochmal ein Taxi bezahlen wollten, versuchten wir es per Anhalter! Das klappte auch und wir fanden schließlich zweimal Leute, die uns mitnahmen. Ein Teil von uns hatte sogar das Glück ganz bis nach München mitgenommen zu werden!:-)
Tja, das war dann langer Tag, um ca. 20.00 Uhr waren wir wieder zu Hause - mit vielen neuen Eindrücken!

Weirere Informationen gibt es auf der Internetseite des BMT:
www.bmt-tierschutz.de
Wenn man aktiv helfen will, besteht z.B. die Möglichkeit eine Patenschaft für eine Hund aus Rumänien zu übernehmen, ab 15 Euro sichert man das Überleben eines der Tiere!

Text: Lucy Brigzinsky, 29.01.2008
Bilder: Lena Tischler

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