
Tiere / Tierhaltung / Warum Katzenschutz?
Die großteils verbreitete Meinung, dass „Katzen schon irgendwie
durchkommen“ stimmt leider nicht! Unsere Großstädte sind ein
schlechtes Revier für die Katze als Jägerin. Dies liegt vor allem
an der hohen Population und den sich immer stärker ausbreitenden (tödlichen)
Viruskrankheiten. Aber auch sonst haben es die Tiere nicht einfach, vor allem
im Winter nicht. Nässe, Kälte, verschlossene Mülltonnen, Giftköder,
Ratten- oder Mäusegift, Menschen, die sie aus Angst vor Unrat
verjagen – das alles erschwert das Überleben einer Straßenkatze.
Die Tiere sind von Grund auf geschwächt, das Immunsystem ist nicht stabil,
Erkrankungen und Tod sind an der Tagesordnung.
Und trotz alle Aufklärung sind noch immer sehr viele Hauskatzen unkastriert,
so dass im Frühjahr die Zahl der Straßenkatzen sprunghaft ansteigt
und auf diese Weise wiederum das Elend vergrößert. Man geht davon
aus, daß ein Katzenpärchen im Jahr zweimal Junge bekommt, von denen
durchschnittlich 2,8 Tiere überleben, die sich wiederum bereits im Alter
von 6 Monaten weiter fortpflanzen:

Leider immer noch übliche Praktiken (besonders auf dem Land), der Babyflut
Herr zu werden, in dem man neugeborene oder auch schon mehrere Wochen alte Katzenkinder
auf brutalste Weise tötet (Erschlagen, Ersticken, Ertränken, Vergiften
usw.) sind Tierquälerei und werden vom Gesetzgeber bestraft!!! Doch leider
schließen viele Menschen lieber die Augen, anstatt gegen solche Machenschaften
vorzugehen.
Und die Katzen, die diesem Schicksal gerade noch entgehen (vielleicht, weil
sie dann doch schon zu groß waren, als die Mutter sie präsentiert
hat) gehören dann später jener traurigen Statistik an, die besagt,
daß jährlich 200.000 Katzen ausgesetzt und 250.000 Katzen von Jägern
erschossen und Hunderttausende als Versuchstiere "verbraucht" werden,
wie es zynisch im Fachjargon heißt.
Gegen dieses Elend hilft nur eins: das konsequente Kastrieren der freilebenden
Katzen und das Einfangen und Vermitteln der Tiere, die (wieder) in einen Haushalt
integriert werden können. Vor allem Babykatzen müssen schnell von der
Straße geholt werden, bevor sie erst verwildern. Die Tiere, die nach der
Kastration wieder ausgesetzt werden müssen, weil sie bereits völlig
verwildert sind, benötigen eine medizinische Grundversorgung, müssen
mit Nahrung versorgt (zugefüttert) werden und einen winterfesten “Unterschlupf”
erhalten (Styro-Hütten).
Die „CAT-CARE Tierhilfe Kassel e.V.“ möchte, daß die
herrenlosen Katzen von Kassel und Umgebung ihre Chance bekommen! Daher handeln
die Mitglieder mit viel Enthusiasmus und größtem Engagement. Doch
dieses Vorhaben kann nur gelingen,
· wenn sich weitere einsatzbereite Katzenfreunde finden
· wenn sich ausreichend Pflegestellen finden
· wenn genug Spenden und Medikamente zusammenkommen
Wenn Sie mithelfen möchten, setzten Sie sich mit uns in Verbindung!
Und hier noch eine Pressemitteilung der
Bundestierärztekammer zum Thema:
Kastration verhindert Katzenelend (07.03.2002)
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Bonn (BTK) - Katzen und Kater, besonders frei laufende, sollten jetzt kastriert
werden. Die Bundestierärztekammer (BTK) bittet alle Katzenhalter um ihre
Hilfe, das Elend vieler Tiere zu verhindern. Nicht von ungefähr stellten
die Ägypter die Göttin der Fruchtbarkeit in Gestalt einer Katze dar.
Schließlich zeugen ein Katzenpaar und seine Welpen in zehn Jahren statistisch
gesehen ca. 80 Mio. Nachkommen. Doch so entzückend junge Kätzchen
auch sind - bei weitem nicht alle finden liebevolle und verantwortungsbewusste
Besitzer. Noch immer werden viele Katzenjunge auf brutale Weise getötet
oder einfach ausgesetzt.
Die Überlebenden verwildern, sind meist unterernährt und verenden
oft genug jämmerlich an Infektionskrankheiten wie beispielsweise der Katzen-Leukose
oder dem so genannten "Katzenschnupfen". Viele Tiere werden auch überfahren
oder von Jägern erschossen - Gefahren, denen natürlich jede Katze
ausgesetzt ist, die sich frei bewegen darf. Allerdings streifen paarungsbereite
Katzen und Kater deutlich weiter und ausgiebiger herum als ihre kastrierten
Artgenossen. Die Kastration wirkt außerdem auch direkt lebensverlängernd:
Es ist erwiesen, dass bei Tieren beiderlei Geschlechts viele hormonabhängige
Erkrankungen verhindert oder zumindest drastisch reduziert werden. Dazu gehören
Gesäugetumore, Gebärmutterentzündungen, Prostataerkrankungen
oder Hodenkrebs. Die Methode der medikamentösen Empfängnisverhütung
("Katzenpille") als Alternative zur Kastration ist dagegen mit Risiken
für die Gesundheit verbunden. Zudem ist sie bei Tieren, die freien Auslauf
haben, sehr unsicher.
Als wichtiger zusätzlicher Vorteil der Kastration gilt, dass sich das
Zusammenleben von Katze und Mensch nach der Operation oft erheblich angenehmer
gestaltet. Denn eine Katze wird nicht mehr rollig und nächtelange Jaulkonzerte
gehören der Vergangenheit an. Der Urin kastrierter Kater verliert seinen
abstoßenden Geruch und bis zu 90% der Tiere stellen nach dem Eingriff
das Urinmarkieren ein. Als negative Folgen einer Kastration können Verfettung
und/oder Harnsteinbildung auftreten. Beides lässt sich jedoch über
speziell dafür entwickelte Futtermittel sehr gut kontrollieren. Katzenbesitzer
sollten sich auf jeden Fall von ihrer Tierärztin bzw. ihrem Tierarzt
beraten lassen.
Abbinden oder Durchschneiden der Samenstränge bzw. Eileiter;
die hormonelle Funktion der Keimdrüsen bleibt erhalten (d.h.
auch der Fortpflanzungstrieb mit allen dazugehörigen Verhaltensweisen!)
(Anmerkung CAT-CARE: Aus diesem Grund und den damit verbundenen gesundheitlichen
Risiken ist von einer Sterilisation abzusehen und eine Kastration vorzuziehen.)
Text: www.loetzerich.de/KIN/catcare/intension/intension.html