
Tiere / Tierhaltung / Kastration ist Tierschutz
Fakt ist, dass rollige Katzen einer großen hormonellen Belastung ausgesetzt sind, der nur durch eine Befruchtung oder durch die Kastration ein Ende gesetzt werden kann. Wird das Tier ausschließlich in der Wohnung gehalten und nichtgedeckt, kommt es zu einer regelrechten “hormonelle Vergiftung”, der Dauerrolligkeit. Lässt man sein Tier decken, verkürzt man nicht nur seine Lebenserwartung und nimmt durch die Beanspruchung und Deformation der Gebärmutter gesundheitliche Schäden in Kauf, sondern man vermehrt das ohnehin schon bestehende Katzenelend. Ist das Tier Freigänger, drohen ihm noch weitere Gefahren: Es wird sich auf der Suche nach einem Partner weit von Zuhause entfernen, unbekannte Straßen überqueren und so lange unterwegs sein, bis es einen Geschlechtspartner gefunden hat. Handelt es sich um eine weibliche Katze, läuft sie Gefahr, sich beim Deckakt das tödliche FIV-Virus (=Katzenaids) einzuhandeln, welches durch den Nackenbiss übertragen wird.
Unkastrierte Kater entlaufen meist bei Einsetzen der Geschlechtsreife, weil sie – dem Geruch eines Weibchens folgend – oft viele Kilometer zurücklegen. Die meisten überfahrenen Tiere werden während der Paarungszeit aufgefunden! Beim Kampf um ein Weibchen sind Kater zusätzlich erbitterten Katerkämpfen mit anderen Revierkatern ausgesetzt, durch die sie oftmals schwer verletzt und mit tödlichen Krankheiten wie FeLV (=Leukose) oder FIV (=Katzenaids) infiziert werden. Da eine Katze in der Regel von mehreren Katern gedeckt wird, ist auch für sie die Gefahr einer Infektion äußerst hoch.
Aus oben aufgeführten Gründen dürfte es im Sinne des Tieres liegen,
über eine Kastration nachzudenken.
Denjenigen, die es nicht für “natürlich” halten, sei
gesagt, dass ein “natürliches” Leben für die wildlebende
Katze bedeutet, nur ein Alter von 1-5 Jahren zu erreichen und in ihrem kurzen
Leben möglich viele Junge in die Welt zu setzen, von denen nur ein Drittel
überlebt.
Für alle anderen, hier die Vorteile auf einen Blick:
· Keine Rolligkeitssymptome
· Keine übelriechenden Markierungen
· Geringeres Bedürfnis zu streunen
· Weniger Aggressionen
· Stärkere Menschenbezogenheit
· Kaum Risiko hormoneller Erkrankungen wie Zysten, Gesäugetumore oder
Gebärmutterentzündung bei der weiblichen Katze sowie Prostatakrebs beim
Kater
· Deutlich geringeres Risiko der Infektion mit FeLV (= Leukose) oder FIV
(= Katzenaids) durch den Wegfall von Paarungsbissen und Katerkämpfen
· Doppelt so hohe Lebenserwartung
· Kein Zuwachs ungewollter Katzenkinder, für die man kein Zuhause
findet
Einen idealen ZeitPUNKT gibt es nicht, wohl aber einen idealen ZeitRAUM. Soll
Ihre Katze in den Freigang, darf sie dies auf keinen Fall unkastriert, denn in
vielen Fällen bemerkt man das Einsetzen der Geschlechtsreife erst, wenn es
bereits zu spät, d.h. die Katze entlaufen oder trächtig ist. Durch die
gesteigerte Lichtintensität werden Katen seit einigen Jahren bereits mit
durchschnittlich 4 - 5 Monaten rollig! Es gibt Tierärzte, die Tiere mit 4
oder 5 Monaten nicht kastrieren und behaupten, Katzen würden erst mit 6-8
Monaten geschlechtsreif, vorher könne gar nichts passieren. Diese Behauptung
ist schlichtweg falsch!!
Auch gibt es aus medizinischer Sicht keinen einzigen Grund, das Tier einmal
rollig oder gar trächtig werden zu lassen. Das Gegenteil ist der Fall:
Beides schadet der Gesundheit Ihrer Katze. Entgegen anderslautender Gerüchte
muss nicht erst die komplette körperliche Entwicklung abgewartet werden,
bevor das Tier kastriert werden kann. Langzeitstudien haben gezeigt, dass die
Hormone keinerlei Einfluss auf das Wachstum von Katze und Kater haben, sondern
dass Größe und Körperbau ausschließlich genetisch bedingt
sind.
Prinzipiell kann man sagen, dass es günstig ist, die Katze so früh
wie möglich kastrieren zu lassen, denn je jünger ein Tier ist, desto
besser verkraftet es die Operation.
Es spricht vieles dafür, eine Katze bereits mit 3 oder 4 Monaten kastrieren
zu lassen, was in anderen Ländern schon jahrzehntelang ohne Probleme praktiziert
wird und sich auch bei uns immer mehr durchsetzt. Dass manche Tierärzte es
noch ablehnen, begründet sich in erster Linie durch mangelnde OP-Erfahrungen
mit Tieren dieses Alters, bei denen insbesondere die Dosis des Narkosemittels
genauestens dem Körpergewicht angepasst werden muss. Wird sie von einem sachkundigen
Tierarzt durchgeführt, hat die sogenannte Frühkastration (Abhandlung
hierzu rechts im Downloadbereich zu finden) viele Vorteile:
· Die Operation ist kürzer
· Die Narkose ist kürzer und weniger belastend
· Die Operation ist einfacher, da die Keimdrüsen frei liegen und noch
nicht von Fettgewebe überlagert sind, dadurch gibt es...
· ...weniger Komplikationen/Blutungen
· Das Tier ist schneller wieder fit
· Das Risiko von Gebärmutterkrebs sowie anderen Krebsarten geht gen
Null, wenn das Tier nie rollig war
· Eine im Welpenalter gesetzte Tätowierung „wächst mit“
und ist später sehr gut lesbar
· Ihre Katze kann Sie nicht im Alter von 5 oder 6 Monaten mit ihrer ersten
Schwangerschaft überraschen, obwohl Ihnen doch irgendjemand versichert
hatte, dass dies vor 7 Monaten nicht möglich sei...
Text: www.loetzerich.de/KIN/catcare/kastration/kastration.html