
Vor der Aufnahme:
Wir möchten niemanden motivieren, auf den nächsten Bauernmarkt oder zum Züchter zu laufen, um sich Hühner zu kaufen. Wir möchten niemanden motivieren, "eigene Eier" produzieren zu wollen und auch niemanden, der aus Hühnern "Biofleisch" machen will. Die Hühner, um die es hier geht, brauchen einfach einen schönen Platz zum Leben, mit dem größtmöglichen Freiraum und ohne Ausbeutung. Hühner aus dem Tierschutz, abgegebene oder gefundene aller erdenklicher Rassen, aber noch viel mehr geht es um Hühner, die man sonst eigentlich nicht zu Gesicht bekommt - zumindest nicht lebend.
Wenn man Platz hat, ist es eine sehr gute Entscheidung, ein paar Hühner aufzunehmen. Jedes Huhn, jede einzelne der Millionen "Legehennen" und "Masthühner" hätte es verdient, ein gutes, freies Leben zu führen, statt in Legebatterien, Bodenhaltungen und anderen (Massen-) Haltungen zur Eier- und Fleischproduktion verdammt zu sein, bis der Tod im Schlachthof dieses Leben beendet. Für einige dieser Hühner kann es wahr werden: ein zweites Leben in Freiheit und ohne ein Ende im Schlachthof. Hühner zu beobachten, wie sie wirklich sind, zu sehen, wie sie ihre ersten unbeholfenen zaghaften Schritte in die Freiheit wagen, das erste Mal Sonne auf den Federn spüren, neugierig ihre Umgebung erkunden und ein glückliches Leben bis an ihr natürliches Ende führen, ist ein ganz besonderes Erlebnis, denn oft wird auch dem Ignorantesten bei diesem Anblick bewusst, wie sehr Hühner für den Profit leiden müssen - aber nicht müssten. Hühner und Eier kann man zwar essen, muss man aber nicht.
Abstammung:
Die Stammform des Huhns mit all seinen verschiedenen Rassen ist das Bankivahuhn, welches heute noch als Wildtier in Indien und den malaiischen Ländern lebt. Trotz Tausenden Jahren Zucht unterscheiden sich die gezüchteten Hühner im Verhalten kaum von ihrer wilden Verwandtschaft - vorausgesetzt, man lässt sie ein "natürliches" Leben führen. Der größte Unterschied zum wilden Huhn findet sich heute bei der "Legeleistung" der Hühner: während ein Wildhuhn pro Jahr etwa ein Dutzend Eier legt, hat die Zucht Hühner geschaffen, die dazu verdammt sind, jährlich 300 Eier zu legen, damit sie auch "schön profitabel" sind.
Verhalten:
Hühner haben untereinander ein ausgeprägtes Sozialverhalten, jedes
Huhn hat seinen festen Platz und seinen Rang in der Gruppe, "Hackordnung"
genannt. Dies funktioniert jedoch nur bei kleinen und stabilen Hühnergruppen:
ab einer Zahl von ca. 20 Hühnern erkennen sich die Hühner nicht mehr
auf Anhieb, so dass es zu Stress und Verwirrungen kommt. Zu einer glücklichen
Hühnergruppe gehört ein Hahn, der kräht, auf seine Frauen aufpasst,
der Zänkereien unter den Hennen schlichtet, ihnen leckere Sachen zeigt
und ihnen vornehm den Vortritt beim Essen lässt (Hennen können natürlich
auch auf sich selbst aufpassen und finden leckere Sachen auch so, und auch die
Position des Hahns wird bei seinem Fehlen von einer selbstbewussten Henne eingenommen,
aber trotzdem gehört ein Hahn dazu). Der Hahn sollte von seiner Rasse nicht
größer sein als die Hennen und nicht viel weniger als 10 Frauen haben,
weil diese sonst phasenweise sehr unter ihm bzw. seinem Paarungswillen zu leiden
hätten.
Hühner rennen, Hühner picken, Hühner fliegen, Hühner baden
in Sand, Erde und Staub, Hühner graben Misthaufen um, Hühner scharren
und suchen, Hühner jagen, Hühner liegen gerne in der Sonne, Hühner
kuscheln miteinander, Hühner kommunizieren, Hühner sind neugierig
und selbstbewusst, kontaktfreudig und gesellig, freiheitsliebend, intelligent,
gewitzt und voller Lebensfreude.
Befreite "Batteriehühner" und andere Hühner aus Massenhaltungen
haben es bedeutend leichter, sich in ihr neues freies Leben einzufinden, auf
das sie ja überhaupt nicht vorbereitet sind, wenn sie zu anderen Hühnern,
die im Gegensatz zu ihnen alles kennen und können, dazu kommen. Mit Hühnern,
von denen sie lernen können, tut man ihnen auf jeden Fall einen großen
Gefallen. Vor allem die ganz ängstlichen und unsicheren unter ihnen tun
sich anfangs schwer, aber es gibt sich, man muss nur Geduld haben bis sie sich
an ihr neues schönes Leben gewöhnen. Es gibt natürlich auch Hühner,
die kommen grade aus dem Käfig einer Legebatterie, steigen in ihrer neuen
Heimat zerrupft wie sie sind aus ihrem Transportbehälter und legen sofort
los: laufen herum, schlagen mit den Flügeln, gackern, scharren, verprügeln
den Hahn, und der Höhepunkt des ersten freien Tages ist ein Sandbad an
der frischen Luft mit wärmender Sonne auf den Federn.
Gelände:
Als Gelände eignet sich am besten eine wilde Wiese mit Baumbestand und Sträuchern, mit Möglichkeiten, im Staub zu baden, nach Herzenslust herumzuscharren, Sonnenbäder zu nehmen und auf Futtersuche zu gehen. Hühner halten sich am liebsten etwas geschützt und in Deckung auf, unter Sträuchern und Bäumen fühlen sie sich sicher, große Freiflächen sind ihnen unangenehm und zu gefährlich (z.B. aufgrund der drohenden Gefahr von oben durch Greifvögel). Je größer das Gelände, desto besser, da Hühner in der Lage sind, komplette Wiesenflächen in kurzer Zeit in staubige Steppe umzuwandeln. Daher hat eine große Wiese entsprechend bessere Überlebenschancen. Ebenfalls aufpassen muss man auf die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern, da Hühner dort sehr gerne herumscharren und die Wurzeln freilegen, so dass man diese im Zweifelsfall sichern sollte. Feuchte Stellen oder sogar ein Bach machen das Gelände perfekt.
Stall und Einrichtung:
Wer nicht das Glück hat, schon einen fertigen Hühnerstall, einen
anderen Stall oder eine Scheune zu haben, aus der man einen Hühnerstall
machen könnte, muss bauen. Marke Eigenbau, egal ob aus Holz oder massiv
gemauert, ist etwas für die kreativen Handwerker. Für die weniger
handwerklich veranlagten ist ein Holz-Gartenhaus aus dem Baumarkt ganz praktisch,
aber auch nicht billig; außerdem benötigt man auch für so etwas
eine Baugenehmigung, die man erst einmal bekommen muss. Alternativ und auf Rädern
bietet sich ein alter Bauwagen an, aus dem man einen prima Hühnerstall
machen kann. Über ein kleines Vordach am Stall, unter dem sie bei ganz
schlechtem Wetter und bei Schnee im Freien sitzen können, freuen sich die
Hühner.
Die Hühner müssen Tagsüber rein- und rausgehen können, wie
sie wollen, ob durch die eigentliche Tür oder durch ein Einschlupfloch
ist den Hühnern egal, der Stall muss Schutz bieten vor nächtlichen
Raubtieren wie Füchsen, möglichst frostsicher, hell und trocken sein
und genug Platz bieten für Nester, Futterbehälter und Wassereimer,
Schlafstangen in verschiedenen Höhen, Kotbrett und natürlich die Hühner.
Als Stangen eignen sich z.B. dünne Birkenstämme, die man versetzt
in verschiedenen Höhen anbringt, so dass die Hühner von Stange zu
Stange bis ganz nach oben flattern können; die obersten Plätze sind
die begehrtesten, daher sollten auch alle Hühner zumindest theoretisch
nebeneinander dort Platz finden. Empfehlenswert ist es, unter den Stangen ein
glattes Brett als Kotbrett anzubringen, da Hühner Nachts sehr viel Kot
absetzen und solch ein Brett die tägliche Stallreinigung sehr erleichtert.
Außerdem brauchen Hühner dunkle Nester (kann man fertig kaufen oder
selbst bauen, aber Holzkisten oder auch Katzenkörbchen sind garantiert
nicht schlechter), in die sie sich zurückziehen und ihre Eier legen können.
Viele ehemalige "Batteriehühner" schlafen auch in ihren Nestern
und nicht wie "normale" Hühner auf der Stange. Für die Nester
und als Stalleinstreu eignet sich Stroh am besten.
In den allermeisten Fällen wird man leider sicherheitshalber die Hühner
über Nacht im Stall einsperren müssen, aber wo keine Gefahr besteht,
kann man den Stall natürlich auch auflassen, was den Hühnern allemal
lieber ist, da sie sehr früh (wenn es dämmert) aufstehen und nicht
gerne warten wollen, bis ein Mensch wach ist und sie herauslässt. Hühner,
deren Stall immer auf ist, "verwildern" eher und gewöhnen sich
zum Teil an, lieber wie ihre wilde Verwandtschaft auf einem Baum im Freien als
im Stall zu schlafen.
Neue Hühner sollte man besser einige Tage im Stall lassen, bevor man sie
herauslässt; die meisten gehen dann abends freiwillig in den Stall zurück
und müssen nicht mühsam eingefangen werden. Bei ehemaligen "Batteriehühnern"
ist es oft so, dass sie sich vor lauter Angst vor allem Unbekannten (Himmel,
Sonne, Wind und Wetter) tage- oder manchmal wochenlang nicht aus dem Stall trauen:
da hilft nur viel gutes Zureden und Abwarten.
Zaun:
Hühner sind überaus erfinderisch, wenn es ums Ausbrechen geht - und
manche Hühner können besser fliegen, als man vermutet. Eine Zaunhöhe
von 1,50m verhindert nicht jeden Ausbruch, so dass wer auf Nummer Sicher gehen
will, besser gleich 1,80-2,00m hohen Zaun wählt. Am Besten geeignet ist
Maschendraht, auch aufgrund seiner Haltbarkeit. Hühner fliegen nicht nur
gerne über den Zaun, sie graben sich genau so gerne unten drunter durch
und finden wirklich jede Lücke und jeden Spalt, so dass der Zaun bestenfalls
etwas in den Boden eingelassen werden sollte. Auch scharren sie gerne genau
am Zaun, so dass immer kontrolliert werden muss, ob sie sich nicht irgendwo
einen Weg nach draußen graben. Der Zaun muss nicht nur so gesichert sein,
dass die Hühner nicht raus, sondern je nach Lage andere Tiere nicht hereinkommen
können, was meist fast nicht machbar ist, denn Füchse und Marder benötigen
nur einen geringen Einschlupf, und man kann kein großes Hühnergehege
bauen, wo alles rundherum so zu ist, dass Fuchs und Marder unverrichteter Dinge
wieder abziehen, weil sie nicht rein kommen. Dass Füchse und Marder nur
Nachts unterwegs sind und Tags keine Gefahr für die Hühner darstellen,
stimmt definitiv nicht; ganz in Sicherheit bekommt man Hühner daher leider
nicht. Wenn von oben Gefahr durch Habichte und Bussarde droht, sollte man Freiflächen
mit Netzen oder auch mit Flatterband sichern, um die Gefahr zu mindern.
Man kann je nach Wohnlage natürlich Hühner auch ohne Zaun frei herumlaufen
lassen, da sie sich nicht weit entfernen (max. 100 Meter) und Abends normaler
Weise immer freiwillig zum Schlafen in ihren Stall kommen. Doch dann ist das
Risiko, dass sie von Füchsen oder anderen Tieren geholt werden, noch um
ein Vielfaches größer. Ein weiteres Risiko, dass sie z.B. irgendwann
den Garten eines Nachbarn aufsuchen und dort Dinge essen, die sie nicht essen
sollten, und zu diesen Dingen kann auch Gift gehören, welches der Nachbar
für den Fuchs ausgelegt hatte, um ihn loszuwerden. Mit dem Resultat, dass
die Hühner tot sind und der Fuchs Glück hatte, aber hungrig bleibt.
Andere Tiere:
Hühner kommen sehr gut mit anderen Tieren aus. Ein Zusammenleben mit Schafen, Ziegen, Schweinen, Enten, Gänsen, Puten, Katzen und Hunden finden Hühner absolut interessant - zu Problemen kann es wenn dann höchstens von der Gegenseite kommen. Während Schafe fast immer so tolerant sind, dass sie sogar dulden, dass sich ein Huhn auf sie setzt um da ein Ei zu legen, Ziegen Hühner gelegentlich mal aus dem Weg schubsen, Schweine sehr freundschaftlich mit Hühnern umgehen und sich auch von ihnen in den Rüssel picken lassen, kann es im Zusammenleben mit größeren Vögeln Probleme geben, vor allem mit männlichen größeren Vögeln, die leider sogar teilweise auch keine Scheu haben, ein Huhn zu vergewaltigen.
Lebenserwartung:
Wenn man jemanden sucht, der einem sagen kann, wie alt ein Huhn wird, sucht man lange, denn kaum ein Huhn darf an Altersschwäche sterben und die meisten werden geschlachtet, bevor sie zwei Jahre alt sind ("Masthühner" werden schon mit ein paar Wochen getötet, "Legehennen" spätestens mit zwei Jahren). Dabei können Hühner wirklich sehr alt werden und es gibt einige fünfzehnjährige und sogar noch ältere Hühner. Wie hoch die Lebenserwartung ist, hängt letztendlich auch von jeweiligen Rasse ab bzw. davon, wofür dieses Huhn gezüchtet wurde. Ein hohes Alter erreichen zu können ist von Seiten der Tiernutzer schließlich nie ein Zuchtziel gewesen und die Tiere wurden nur dafür gemacht, entweder schnell zuzunehmen und viel Fleisch anzusetzen oder möglichst viele Eier zu produzieren, was zum Teil massive gesundheitliche Schäden mit sich bringt und die Lebenserwartung stark reduziert (die "Masttiere" wurden so auf schnelle Gewichtszunahme gezüchtet, dass ihre Beine oft unter ihrem Gewicht zusammenbrechen oder es zu Organversagen kommt). Trotz allem kann aber auch eine zerrupfte, ausgemergelte "Legehenne" aus der Batterie mit etwas Glück und guter Pflege gut und gerne 10 Jahre und älter werden (in Freiheit, nicht in der Batterie).
Futter:
Hühner essen so ziemlich alles. Körnerfutter, Getreide, Obst, Gemüse, Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis, Haferflocken, Gras, Löwenzahn, Klee, aber auch lebende und tote Tiere. Manche Hühner sind erstklassige Mäusefänger, was man kaum glauben mag, wenn man es nicht selbst gesehen hat, andere picken mit Vorlieb Schnecken, Würmern und Insekten und rennen nach jedem Regen sofort ins Gelände, um Würmer zu suchen.
Bei der Fütterung kommt man gut aus mit gemischtem Körnerfertigfutter
(enthält neben Getreide auch Muschelkalk; Hühner brauchen viel Calcium
für die Produktion ihrer Eier), frischem Gemüse und Obst, daneben
suchen sich die Hühner draußen noch, was sie möchten und picken
auch kleine Steinchen auf, die sie zur Zerkleinerung der Nahrung benötigen.
Futter bietet man am besten in einer erhöhten Futterrinne an, Näpfe
würden von den Hühnern zugescharrt werden. Frisches Wasser brauchen
Hühner immer zur freien Verfügung (am besten in einem Eimer, da niedrigere
Behälter zu schnell verunreinigt werden).
Bei "Legehennen" aus fast allen Haltungen und "Masthühnern"
kann es anfangs zu Problemen mit dem Futter kommen: sie kennen natürlich
kein Frischfutter und meist auch kein normales Körnerfutter, sondern wurden
vorher nur mit Legemehl ernährt. Auch "richtiges" Wasser in einem
Eimer oder einer Pfütze: kennen sie nicht und rühren sie erst einmal
unter Umständen nicht an. Wenn solche Hühner zu anderen ("glücklichen")
Hühnern dazukommen, kucken sie sich in der Regel schnell von den anderen
ab, dass man aus Pfützen prima trinken kann und dass auch ein zerrupftes
"Batteriehuhn" all das essen kann, was die anderen Hühner auch
essen (wenn der meist gekappte Schnabel mitspielt). Man muss unbedingt anfangs
genau beobachten, ob die Hühner essen und trinken und sollte ihnen sicherheitshalber
auch ihr gewohntes Futter (also "Mehl", muss kein Tiermehl sein, geht
auch pflanzlich) geben, bevor sie vorm vollen Napf verhungern. Die meisten ehemaligen
"Batteriehühner" werden ziemlich schnell zu wahren "Wasserratten"
und stürzen sich erfreut auf jede Pfütze und in jedes Schlammloch.
Gesundheit:
Ehemalige "Batteriehühner" haben nicht nur physische Probleme,
sondern auch zumindest anfangs psychische Probleme. Sie kommen zerzaust, halb
nackt, zerrupft und zerpickt durch Stress und Platzmangel, mit viel zu langen
Krallen vom Stehen auf Gitterboden, sind oft ausgelaugt bis zum Letzen, haben
Parasiten, einige haben Probleme mit ihren gekürzten Schnäbeln und
können dadurch nicht jedes Futter essen und sie kennen einfach gar nichts.
Sie haben anfangs oft Angst, sich zu bewegen, draußen herumzulaufen, und
manche Verhaltenstörungen wie Federpicken legen sie leider nicht von heute
auf morgen (und manchmal niemals) ab.
Viele Hühner haben Parasiten wie rote Vogelmilben und Federlinge (kann
man gut mit bloßem Auge erkennen) und Würmer, so dass man Hühner
regelmäßig entwurmen und auf Ectoparasiten untersuchen und bei Befall
behandeln sollte. Vogelmilben halten sich den größten Teil des Tages
nicht am Huhn selbst auf, sondern in seiner Umgebung (Stall, z.B. an Sitzstangen)
und gehen nur Nachts an die Hühner, so dass meist als Behandlung eine Desinfektion
des Stalls reicht. Bei Federlingen muss das Huhn selbst behandelt werden (Mittel
gibt es beim Tierarzt).
Wenn Hühner plötzlich lauter Federn verlieren, heißt das nicht,
dass sie krank sind, sondern sie sind ganz einfach in der Mauser. Während
der Mauser haben sie jedoch einen erhöhten Energiebedarf und sind anfälliger
für Erkrankungen, so dass dann besonders auf eine gute, ausgewogene Ernährung
geachtet werden muss. Gegen welche Krankheiten Hühner geimpft werden sollten,
ist aufgrund des unterschiedlichen Ansteckungsrisikos regional verschieden und
sollte dem Tierarzt überlassen werden. Zur "Pflichtimpfung" gehört
die Impfung gegen Newcastle Disease ("atypische Geflügelpest").
Eier:
Ein wildes Huhn würde wie andere Vögel auch einmal oder bei guten
Bedingungen zweimal jährlich ein gut verstecktes Nest bauen, ein Gelege
voll machen und brüten und nicht mehr Eier legen, als nötig. Es würde
auch ein zerstörtes Gelege erneuern und nachlegen, aber bestimmt nicht
jeden oder jeden zweiten Tag ein Ei legen. Es wäre "Energieverschwendung",
da das Huhn auch nicht öfter im Jahr in Brutstimmung ist. Bei den heutigen
Zuchthühnern, vor allem den ausgesprochenen "Legerassen", wurde
die Zucht so weit getrieben, dass diese Hühner fast jeden Tag ein Ei legen
(ob sie wollen oder nicht, egal in welcher Haltung, sie müssen legen, weil
das genetisch so verankert ist), ohne in Brutstimmung zu sein oder zu kommen.
Da diese Frage immer wieder kommt und auch berechtigt ist: es ist nicht logisch,
aber sie legen auch wenn weit und breit kein Hahn anwesend ist, dann sind die
gelegten Eier eben nur nicht befruchtet. Selbst wenn ein "Legehuhn"
schon zwanzig Eier im Nest hat, legt es in der Regel weiter, viele zerpicken
auch ihre eigenen Eier und essen sie auf. In der Wahl des Ortes, wo ein Huhn
seine Eier ablegt, gibt es immense Unterschiede: manche Hühner benutzen
Gemeinschaftsnester im Stall, andere lassen ihre Eier mehr oder weniger mitten
im Gelände fallen, und die "ganz wilden" sind so geschickt, dass
man sich schon viel sehr Mühe geben muss, um die Hühner, ihre Nester
und Eier überhaupt zu finden. Das ursprünglichste Nistverhalten findet
man bei vielen der sogenannten "Zierrassen", die dementsprechend auch
die wenigsten Eier legen.
Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Wer Plätze für Hühner frei und Interesse hat, einige ehemalige
"Legehennen", "Batteriehühner" oder "Masthühner"
aufzunehmen, kann sich jederzeit mit uns in Verbindung setzen!
Text zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von:
(c) www.die-tierfreunde.de