
Herkunft:
Der
Goldhamster stammt ursprünglich aus Syrien. Etwa Hundert Jahre nach seiner
Entdeckung wurden im Jahr 1930 die ersten wilden Exemplare eingefangen. Man
züchtete sie erst zu Forschungszwecken, die Hamster wurden aber sehr schnell
auch beliebte Heimtiere, die ihren Weg nach Deutschland 1945 fanden. Goldhamster
gibt es heute in verschiedenen Fell- und Farbschlägen. Neben dem Goldhamster
gibt es noch Zwerghamsterarten wie z.B. den Dsungarischen Zwerghamster, welche
erst seit kurzer Zeit als Heimtiere gehalten werden.
Lebensweise:
Hamster sind nachtaktive Nagetiere. Den Tag verschlafen sie in selbst gegrabenen
Bauten mit verschiedenen Kammern, Nachts legen sie auf ihrer Nahrungssuche sehr
weite Strecken zurück. Hamster sind absolute Einzelgänger und dulden
einen Partner in ihrem Bau nur zur Paarung.
Lebenserwartung:
Hamster werden durchschnittlich etwa 3 Jahre alt (bei artgerechter Haltung auch
älter!).
Ernährung:
Der größte
Nahrungsbestandteil sind Sämereien, daneben ernähren Hamster sie sich
auch von Früchten, Gemüse und Grünzeug, kleinen Insekten und
Würmern. Hamster "hamstern" bei ihrer Nahrungssuche, d.h. sie
stopfen sich auf ihren Streifzügen ihre Backentaschen mit Nahrung voll,
bringen diese in ihren Bau und lagern sie dort für den späteren Verzehr.
Im Handel gibt es Fertigfuttermischungen für Hamster, daneben sollten Sie
auch etwas frisches Obst und Gemüse anbieten (nur soviel, wie der Hamster
sofort frisst, damit er das Frischfutter nicht irgendwo bunkert, wo es dann
verschimmelt). Hin und wieder ein Löffelchen Joghurt (statt eines Insektes
oder Mehlwurmes) wird vom Hamster gerne gefressen. Immer zur Verfügung
stehen sollte frisches Wasser und Nagematerial (Obstbaum- oder Haselzweige,
Knäckebrot).
Heimtierhaltung:
Hamster als
Heimtiere erfreuen sich leider größter Beliebtheit. Sie werden sehr
schnell zahm, sind für wenig Geld erhältlich und haben eine geringe
Körpergröße - genau das hat dazu geführt, dass Hamster
zu billigen Kinderspielzeugen wurden und meist ihr Leben in Schuhkarton-großen
Käfigen verbringen mussten (und leider immer noch müssen). Für
den Hamster das Schlimmste, was ihm passieren konnte. Hamster sind eigentlich
für die Heimtierhaltung absolut ungeeignet: ihre Nachtaktivität schließt
ein Kind als Halter aus, ihr enormes Bewegungsbedürfnis kann in einem Käfig
absolut nicht befriedigt werden. Statt auf Nahrungssuche in der Gegend herum
zu streifen, wird der Hamster gezwungen, in einem Plastiklaufrad stupide seine
sinnlosen Runden zu drehen. Das anlegen von Gängen und Höhlen ist
in einem Käfig nicht möglich, so sehr der Hamster buddelt, es führt
zu nichts.
Wenn Sie sich für die Haltung eines Hamsters entscheiden, weil sie einem
herrenlosen Hamster ein Zuhause geben wollen, sollten Sie versuchen, dem Tier
sein Leben so artgerecht wie möglich zu gestalten. Dazu gehört als
Erstes, dass Sie eine geräumige Behausung anschaffen oder selbst bauen.
Das kann z.B. ein großer Chinchillakäfig, ein großes Terrarium
oder etwas ähnliches sein. In diesem muss der Hamster buddeln können
(statt üblicher Einstreu können Sie eine Mischung aus Sand und ungedüngter
Blumenerde verwenden), der Hamster klettert auch sehr gerne (Äste, Zweige
und Leitern installieren, welche auf Sitzbretter in verschiedenen Höhen
führen), Häuschen in unterschiedlichen Größen dienen zum
Schlafen, Futter lagern oder als Toilette, Papier- und Tonröhren, Wurzeln
etc. regen zum durch- und drüber laufen an und vertreiben somit die Langeweile.
Als Bau- und Polstermaterial für Behausung und Schlafhäuschen eignet
sich Stroh am besten (zerschnipselte Stoffe oder Wolle sind lebensgefährlich,
da sich einzelne Fäden um Gliedmaßen und Hals wickeln können;
auch synthetische "Hamsterwatte" aus dem Zoohandel ist unnötiger
Unfug!).
Leider bietet selbst der abenteuerlichste Käfig nicht ausreichend Möglichkeiten,
den Bewegungsdrang eines Hamsters zu befriedigen. Sie sollten ihn daher so oft
es geht in ihrer Wohnung herum laufen lassen. Dabei müssen Sie unbedingt
darauf achten, dass er nicht hinter der Schrankwand oder einer anderen unzugänglichen
Stelle verschwindet, um sich dort häuslich einzurichten (Sie würden
wahrscheinlich Nächtelang dort sitzen und der Hamster würde trotzdem
nicht hervor kommen). Bedenken Sie, dass Hamster Nagetiere sind, und räumen
vorsichtshalber sämtliche Kabel und alles, was ihm sonst noch gefährlich
werden könnte (z.B. giftige Pflanzen) aus dem Weg und achten darauf, dass
er nichts anknabbert, was Sie nicht angeknabbert haben möchten. Das ist
zugegebener Maßen recht schwer, da Hamster erstaunlich schnell sind.
Hamster klettern
sehr gerne, obwohl sie es nicht besonders gut können, deswegen müssen
Sie immer aufpassen, dass Ihr Hamster nicht irgendwelche Höhen erklimmt,
von denen er dann herunterfällt und sich seine Knochen bricht. Das Gleiche
gilt natürlich auch, wenn Sie ihn in der Hand haben!
Im Zoohandel werden die unglaublichsten Käfige und Zubehörartikel
angeboten. Machen Sie bitte einen großen Bogen um schrecklich bunte Plastik-ausgestattete
Hamsterkäfige und um tierquälerisches Zubehör. Dabei handelt
es sich um "Spielsachen" wie geschlossene Plastik-Röhrensysteme
(wo der Hamster drin stecken bleiben oder ersticken kann), Plastikkugeln, in
denen der Hamster eingesperrt wird und dann so lustig durch die Wohnung rollt
(er rollt auch, wenn er nicht mehr will, auch die Treppe herunter, unten angekommen
hat er dann alle Knochen gebrochen oder ist sofort tot) und andere lebensgefährliche
Dinge. Auf diese unbedingt verzichten und nie denken, "was im Handel ist,
muss ja auch o.k. sein"! Das ist nämlich keinesfalls so. Wenn Sie
Ihrem Hamster eine Freude machen wollen, bringen Sie ihm lieber ein paar aufregende
Wurzeln aus dem Wald mit und spenden das gesparte Geld an einen Tierschutzverein.
Krankheiten:
Die meisten Krankheiten lassen sich durch artgerechte Ernährung und Haltung vermeiden. Herunterfallen, zu fest angefasst werden, Mangelernährung und nicht behandelte Erkältungskrankheiten sind häufige Todesursachen!
Besonderheiten:
Die
Tatsache, dass Hamster so zahm werden, ist vielleicht darauf zurückzuführen,
dass es in ihrer Heimat keine natürlichen Feinde gibt; die Tiere sind somit
völlig furchtlos. Wenn ein Hamster sich problemlos anfassen lässt,
heißt dies allerdings noch nicht, dass er es gerne mag. Hamster sind Einzelgänger,
und deswegen liegt es nicht in ihrem Naturell, zu kuscheln und zu schmusen.
Noch einmal betont werden muss, dass Hamster für Kinder nicht geeignet
sind, da Kinder natürlich dazu neigen, mit ihrem Tier spielen zu wollen,
wenn sie aus der Schule kommen - und somit wird der Hamster ständig während
seiner Ruhezeit gestört. Umgekehrt ist es natürlich genau so: wenn
die Kinder schlafen, wird der Hamster munter und randaliert stundenlang in seinem
Käfig herum, der Unterschied ist nur, dass er halt nicht anders kann, der
Tierhalter aber sehr wohl in der Lage sein sollte, den natürlichen Aktivitäts-Rhythmus
seines Hamsters zu tolerieren.
Text zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von:
(c) www.die-tierfreunde.de