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Tiere / Tierhaltung / Farbmäuse

Die Haltung von Albino- und Farbmäusen

Grundsätzlich wird gebeten von der Haltung von solchen Mäusen aus nachstehenden Gründen Abstand zu nehmen:
• Mäuse sind nicht so problemlos zu halten, wie oft angenommen: Sie sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere und haben einen starken Eigengeruch (markieren).
• Wenn sich die Mäuse bedrängt fühlen oder ungeschickt aufgenommen werden, können sie zubeißen.
• Alle Familienmitglieder müssen frei von jeglicher Abneigung gegen Mäuse sein (manche Leute ekeln sich vor dem nackten Schwanz).
• Achtung: Tanzmäuse werden krankgezüchtet! Sie sind kleinwüchsig, sehr schwach, gehirngeschädigt und taub - sie haben starke Innenohrschäden, die auf Gehirndefekte zurückzuführen sind. Sie können weder springen noch klettern, können nicht geradeaus laufen, sondern nur im Kreis (vor allem frühmorgens und am Abend). Bei diesem sogenannten "Tanzen" drehen die Tiere sich langsam bis ganz schnell im Kreise, sie schütteln dann auch unkontrolliert den Kopf.
• Lebenserwartung: ca. 3 Jahre, man übernimmt für lange Zeit Verantwortung

Sollten Sie bereits Mäuse besitzen, beachten Sie bitte nachstehende Ausführungen:

Haltung:

Es sollten mindestens zwei Mäuse gehalten werden, da sie normalerweise in Sippen oder Rudeln zusammenleben. Zwei Mäuse können sich gegenseitig das geben, was der Mensch als Ersatzpartner nicht kann: Sie putzen und lecken sich gegenseitig überall dort, wo sie selbst nicht hinkommen, sie verständigen sich untereinander durch Duft- und Körpersprache. Am günstigsten ist es, gleichgeschlechtliche Tiere zu halten (sie vermehren sich sehr stark!).

Käfig:

• Für zwei Mäuse sollte er mindestens 60 x 30 x 40 cm betragen, je größer, desto besser.
• Einstreu: Gemisch aus Hobelspänen, Stroh- und Hanfstreu.
• Ausstattung: Mäuse laufen, klettern und turnen sehr gut und gerne, daher wäre eine dreidimensionale Raumaufteilung mit folgender Ausstattung günstig: Klettergerüste (u.a. kleine Äste von Birke, Haselnussstrauch sowie Leitern) und Schlupfröhren (z.B. Papprollen von Küchenpapier).
• Futternäpfe und eine Nippeltränke: Standfest und gut abwaschbar.
• Ein Schlafhäuschen ist unbedingt notwendig.

Auslauf:

• Um gesund und aktiv zu bleiben, sollten Mäuse einen täglichen überwachten Auslauf haben. Da Mäuse bevorzugt an Möbeln, Tapeten, Kabeln etc. knabbern und sich auch gerne unter Schränken verstecken und nicht mehr hervor kommen, ist eine Mäuseburg zu empfehlen. Tipp: Wenn man nicht weiß, wo sich das Tier aufhält, in jedem Raum abgezählte Sonnenblumenkerne streuen und die Türen schließen. Nach einer Nacht lässt sich leicht feststellen, in welchem Zimmer die Maus sich befindet. Den Käfig in den Raum stellen und mit Leckerbissen eine Spur dorthin legen. Gefahrenquellen: E-lektrokabel, gebeiztes und lackiertes Holz, Gefäße mit Wasser, heiße Gegenstände, Menschenfuß, Türen, Schränke, Schubladen, Sitzmöbel, andere Haustiere.

Ernährung:

Alles was verfüttert wird, muss frisch sein, nicht zu kalt, weder taufeucht, noch regennass! Mäuse lieben einen geregelten Tagesablauf, daher täglich zur gleichen Zeit füttern.
• Mischfutter für Mäuse: Mehlhaltige Samen verschiedenster Art - vor allem Getreide-Körner, Grassamen, Hirse und Reis ist Hauptanteil der Mäusenahrung, Müsli ohne Zucker.
• Grün- und Saftfutter sowie Raufutter: Gutes Heu - Mäuse fressen nur wenig davon, brauchen es aber zum Nestbau und zum Knabbern.
• Eiweißfutter: Fleisch, Quark, Joghurt. Delikatesse: Mehlwurm, Katzentrockenfutter.
• Frischfutter: Apfel, Löwenzahn, Karotte.
• Altbackenes Brot, Brötchen, Knäckebrot und Weißbrot (in kleinen Mengen und möglichst hart und trocken) ist gleichzeitig ein gutes Zahnpflegemittel, auch Knochen dienen der Zahnpflege.
• Täglich frisches Wasser.

Krankheiten:

Krankheitsanzeichen sind mattes Fell und Bewegungsunlust.
Bei Auftreten von Krankheitsanzeichen bitte möglichst sofort einen mäusefreundlichen und -erfahrenen Tierarzt aufsuchen (bei der Tierärztekammer erfragen)!
Besorgen Sie sich bitte einschlägige Fachliteratur. Großes Spezialwissen ist
erforderlich, um diesen Tieren nicht unbewusst Leid zuzufügen.

 

Text: Tierschutzorganisation VIER PFOTEN